Philipp Löpfe

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Sonntagszeitung, 09. August 2009

Mageres Ergebnis

«Die gravierenden Nebenwirkungen einer Steuer
auf Junkfood wie Hamburger oder Kebab»

In Zürich müssen Ambulanzen und Spitäler aufrüsten: Bis zu 250 Kilo Gewicht sollen Betten und Stühle aushalten können, denn die Zahl der Dicken nimmt stetig zu. Das kostet. Die neuen Geräte sind doppelt so teuer wie die alten. Das mag noch verkraftbar sein, doch der Trend ist alarmierend. Neue Zahlen zeigen, dass Fettleibigkeit nicht nur die Gesundheit, sondern zunehmend auch den Wohlstand der Menschen gefährdet. In den USA gehen gegen 10 Prozent der Gesundheitskosten auf Folgeschäden des Dickseins zurück.

Die Lösung für das Problem: eine Steuer auf Junkfood. Wenn Zigaretten und Schnaps mit Abgaben belastet werden, um wenigstensdie volkswirtschaftlichen Folgeschäden der Sucht zu kompensieren, warum nicht auch Hamburger und Kebabs? Die Logik einer solchen Steuer ist unangreifbar. Junkfood macht dick. Dicke haben mehr Herzkrankheiten, Diabetes, kaputte Gelenke und sogar Krebs. In den USA sind die Folgekosten der Fettleibigkeit bereits höher als die durch Tabak verursachten Schäden. Das Urban Institute, ein Thinktank in Washington, hat ausgerechnet, dass eine Steuer von 10 Prozent auf «dick machenden Lebensmitteln ohne Nährwert» in 10 Jahren 500 Milliarden Dollar in die Staatskasse spülen würde.

Wie aber soll man eine Fettsteuer praktisch umsetzen? Anders als Raucher belästigen Dicke ihre Umwelt nicht, und nicht jeder, der Junkfood isst, wird dick. Soll man Bürger in regelmässigen Abständen auf die Waage stellen und nach Überschreiten eines bestimmten Bodymass-Index eine Abgabe erheben? Absurd. Raucher und Trinker lassen trotz hohen Steuern nicht von ihrer Sucht. Auch Junkfood-Süchtige würden wohl weiteressen, wenn Hamburger und Kebabs teurer würden. Diese enthalten zudem auch wertvolle Nährstoffe. Wo würde man
die Grenze ziehen? So logisch eine Junkfood-Steuer auf den ersten Blick erscheint – sie hat leider gravierende Nebenwirkungen.